geschichte2 - Gemeinde

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Wangelin, 17 km nördlich von Malchow, erinnert an das altslawische Wort „ag1i“, das übersetzt „Kohle“ bedeutet, somit „Kohlenort“ oder „Ort des Wagel“ - „Kohlendorf“ oder „Wangelstorf“. Am 25. Dezember 1319 wird Hohen Wangelin erstmals urkundlich erwähnt. Ein Steinaxtfund zeugt von einer Besiedlung in sehr früher Zeit. Hohen Wangelin ist eine alte wendische Ansiedlung, die sich bei der Germanisierung des Landes im 12. Jahrhundert in die beiden Dörfer „Wangelj Feutonia“ und „Wangelin Ilonrialis“ scheidet. Eigentümer im 12. und 13. Jahrhundert sind wendische Fürsten. Ein Herr von Grube erhält vom Fürst von Werle die Siedlung Hohen Wangelin als Lehn. Der Sitz der von Grube, Vasallen der Fürsten von Werle, ist in Grubenhagen. Die Grubes besitzen auch Liepen und benennen die Orte Grube Liepen und Grube Wangelin. Johann Grube, mit Schulden belastet, verkauft am 26.12.1319 an die Güstrower Bürger Nikolaus Glöde und Dietrich Krug 24 Mark Hebungen aus 12 Hufen in Wangelin für 200 Mark mit Vorbehalt des Rückkaufes innerhalb von 3 Jahren. Fürst Johann von Werle bestätigt diesen Handel im selben Jahr. Unter den Bauern, die damals in Wangelin wohnen, fallen mehrere wendische Namen, wie Milike, Beno, Tessan, Tessassa und Lugu Danka, auf. 1320 verkaufen die Grubes ihren Besitz, teils an die Knappen Heinrich und Walter Samekow (gewisse Geldhebungen), teils an die Brüder Gotemar und Heinrich Gamm die Güter Grube- Liepen, sowie deutsch und wendisch Grube-Wangelin. Fürst Johann von Werle belehnt die letztgenannten am 16.3.1920. Außer den Gamms werden die Wangelin genannt, von deren Besitz Johann von Werle am 20.12.1342 etwas verkauft. Ebenso haben die Flotow Hebungen aus Wangelin entgegen zu nehmen.                                                                                                                                                  
Das Kloster von Malchow, das Klosteramt wurde 1298 gegründet, kauft am 27.6.1336 den gesamten Besitz von den Gamms ab. Nur das Kirchenpatronat bleibt in den Händen der Gamm. Auch von dem Güstrower Bürger Jakob Wirzel empfängt das Kloster Hebungen aus dem Dorf, dafür wird er und seine Ehefrau Katharina in die Fraternität des Klosters aufgenommen. Die Kirche in Hohen Wangelin, ein gotischer Backsteinbau auf Granitfundament, stammt aus dem Anfang des XIV. Jahrhunderts. Mit den Jahren kauft das Kloster Malchow ganz Wangelin auf. Zuletzt wird der Koch'sche Besitz 1714 aufgekaut. Ein Geistlicher „Hermann de Wangelin“ wird schon 1244 genannt, ein Vizerektor Jakob in Wangelin 1338. 1542/44 hat Joachim Badß die Pfarre in Wangelin. Matthias Schamm, bis 1637 in Wangelin, schreibt in einem Brief, das ihm die Soldateska die Kirche verwüstete und das Haus ausplünderte. Nach dem Krieg ab 1649 wird die Kirche von Wangelin mit der Kirche von Kieth vereinigt. „Christow von Linstow auf Linstow beruft Johannes Jordan zum Pastor von Kieth und auch von Wangelin, das bis zum 3Ojährigen Krieg seinen eigenen Pastor hatte.“ Jordan tritt 1649 beide Pfarren an und ist 1678 noch im Dienst, doch zeigt er eine solche Vorliebe für Advokatgeschäfte, daß er aus dem Amt verwiesen wird. Dieser „Advokaten- Pfarrer“ wird durch Henriens Krüger abgelöst, der 1721 stirbt.  
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